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Trockene Augen gehören zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in der Augenheilkunde. Millionen Menschen leiden unter Brennen, Fremdkörpergefühl, Rötung, Lichtempfindlichkeit oder paradoxerweise vermehrtem Tränenfluss. Trotz dieser hohen Verbreitung wird das trockene Auge oft unterschätzt – sowohl von Betroffenen als auch von außen.
Die Komplexität des Tränenfilms
Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, dass trockene Augen lediglich durch einen Mangel an Tränen entstehen. Tatsächlich handelt es sich meist um eine Störung des gesamten Tränenfilms, der aus mehreren fein abgestimmten Schichten besteht. Gerät dieses System aus dem Gleichgewicht, kann die Augenoberfläche nicht mehr ausreichend geschützt werden.
Besonders häufig liegt die Ursache in einer Funktionsstörung der Meibom-Drüsen, die für die fettige Schutzschicht des Tränenfilms verantwortlich sind. Ist diese Schicht unzureichend, verdunstet die Tränenflüssigkeit zu schnell – selbst wenn ausreichend Tränen produziert werden.
Moderne Einflüsse auf die Augenoberfläche
Moderne Lebensgewohnheiten tragen erheblich zur Zunahme trockener Augen bei. Bildschirmarbeit, seltenes Blinzeln, trockene Raumluft, Stress, hormonelle Veränderungen oder bestimmte Medikamente beeinflussen die Augenoberfläche negativ. Auch Kontaktlinsen und frühere Augenoperationen können eine Rolle spielen.
Viele Patient:innen behandeln ihre Beschwerden über Jahre ausschließlich mit frei verkäuflichen Augentropfen. Diese können kurzfristig helfen, ändern jedoch nichts an der Ursache. Ohne gezielte Therapie wird das trockene Auge oft chronisch.