Was sind Diabetische Retinopathie und Fundus hypertonicus?
Unsere Netzhaut ist das empfindlichste Gewebe des Körpers und reagiert schnell auf Gefäßschäden.
- Diabetische Retinopathie: Eine durch dauerhaft erhöhten Blutzucker verursachte Netzhauterkrankung. Der hohe Zucker schädigt die feinen Netzhautgefäße, was zu Blutungen, Aussackungen und gestörter Sauerstoffversorgung führt.
- Fundus hypertonicus: Netzhautveränderungen infolge von chronisch erhöhtem Blutdruck. Der Druck führt zu Gefäßverengungen, Verdickungen und Undichtigkeiten in den Netzhautgefäßen.
- Wichtig: Beide Erkrankungen verlaufen oft schmerzfrei und schleichend – die Früherkennung ist essenziell.
Hauptformen der Diabetischen Retinopathie
Die Schädigung der Netzhaut wird in zwei Hauptformen unterteilt:
| Form | Beschreibung | Risiko |
| Nicht-proliferativ (NPDR) | Die frühe Form. Es zeigen sich kleine Blutungen und Gefäßveränderungen (Mikroaneurysmen). | Oft symptomfrei, kann aber fortschreiten. |
| Proliferativ (PDR) | Das fortgeschrittene Stadium. Das Auge bildet neue, krankhafte Blutgefäße. Diese sind instabil und führen zu Blutungen (Glaskörper) oder Netzhautablösungen. | Ohne Behandlung droht Erblindung. |
| Diabetisches Makulaödem (DME) | Flüssigkeitsansammlung im Zentrum des schärfsten Sehens. Kann unabhängig vom Stadium auftreten. | Führt zu verschwommenem/verzerrtem Sehen und erschwert das Lesen massiv. |
Symptome und Warnzeichen
Da die Erkrankungen lange Zeit unbemerkt bleiben, sollten Sie im fortgeschrittenen Stadium auf folgende Warnzeichen achten:
- Verschwommenes oder verzerrtes Sehen (besonders beim DME).
- Schwankende Sehschärfe (abhängig vom Blutzuckerspiegel).
- Dunkle Flecken, Schleier oder Schatten im Sichtfeld.
- Plötzliche Sehverschlechterung oder Lichtblitze (durch Blutungen oder Netzhautzug).
- Achtung: Einmal zerstörte Netzhautzellen können sich nicht regenerieren – daher ist die frühe Diagnose entscheidend.
Risikofaktoren und Ursachen
Das Risiko für Netzhautschäden steigt, wenn folgende Faktoren zutreffen:
- Dauerhaft erhöhter Blutzucker (HbA1c über 7 %).
- Länger bestehender Diabetes (Typ 1 oder 2).
- Hoher Blutdruck (Hypertonie).
- Erhöhte Blutfette und Nierenerkrankungen.
- Rauchen.
Je länger der Diabetes besteht und je schlechter er eingestellt ist, desto höher ist das Risiko.
Diagnose: Unsere Goldstandards zur Früherkennung
Wir verwenden modernste, schmerzfreie bildgebende Verfahren, um auch kleinste Gefäßveränderungen zu erkennen:
- OCT (Optische Kohärenztomographie): Hochauflösende Schichtaufnahme der Makula zur Erkennung von Flüssigkeitsansammlungen (DME).
- Angiographie (Fluoreszenz/Indocyaningrün): Detaillierte Darstellung der Netzhautgefäße und Durchblutungsstörungen.
- Funduskopie: Spiegelung des Augenhintergrunds zur Beurteilung von Blutungen und Gefäßveränderungen.
- Verlaufskontrolle: Alle Befunde werden digital dokumentiert, um die Entwicklung über Monate und Jahre präzise nachzuverfolgen.
Häufige Fragen - Therapie & Prävention
Wie werden diese Netzhauterkrankungen behandelt?
Die Basis jeder Therapie ist die optimale Einstellung von Blutzucker, Blutdruck und Cholesterin. Bei fortgeschrittenen Schäden kommen zielgerichtete Behandlungen zum Einsatz:
- IVOM-Therapie: Injektionen von Anti-VEGF-Medikamenten in den Glaskörper bei diabetischem Makulaödem, um Gefäßneubildung und Schwellungen zu stoppen.
- Lasertherapie (PRL): Gezielte Laserbehandlung zur Verbesserung der Sauerstoffversorgung der Netzhaut und zur Verhinderung weiterer Blutungen.
- Vitrektomie: Mikrochirurgische Operation bei fortgeschrittenen Blutungen oder Netzhautablösungen.
Kann die diabetische Retinopathie geheilt werden?
Nein. Einmal zerstörte Netzhautzellen können sich nicht regenerieren. Ziel ist es, das Fortschreiten zu stoppen und das bestehende Sehvermögen langfristig zu erhalten.
Wie oft muss ich zur Kontrolle, wenn ich Diabetiker bin?
Mindestens einmal jährlich ist eine Netzhautkontrolle für alle Diabetiker notwendig. Wenn bereits Veränderungen bestehen, sind Kontrollen alle 3–6 Monate erforderlich. Bei Bluthochdruck-Patienten empfehlen wir ebenfalls eine jährliche Untersuchung.
Wann muss ich sofort zum Augenarzt?
Sofortige Kontrolle ist notwendig, wenn Sie eine plötzliche Sehverschlechterung, dunkle Schatten, Schleier oder Lichtblitze bemerken.
Die diabetische Retinopathie und der Fundus hypertonicus sind heute frühzeitig behandelbar
Im Augenzentrum am Stadtpark, Wien, erkennen wir Netzhautveränderungen frühzeitig und behandeln sie nach neuesten internationalen Standards. Dr. Michael Nicolae begleitet Sie von der Früherkennung bis zur Therapie.